Berühmte Urologen
Es gab eine Vielzahl von berühmten Ärzten, die unter anderem durch die Weiterentwicklung der medizinischen Methoden oder der Erkennung verschiedener Krankheiten in der Urologie bekannt wurden oder in diesem Fachgebiet tätig waren. Auf einige dieser Persönlichkeiten soll im Folgenden näher eingegangen werden.
Leo Buerger (1879-1943) war neben seiner Tätigkeit als Pathologe und Chirurg auch Urologe. Er hatte ab 1917 den Lehrstuhl für Urologie an der Poliklinik New York inne. Er entwickelte verschiedene technische Hilfsmittel, mit deren Hilfe man Blasensteine, Blasentumore und Neoplasmen intraurethral therapieren konnte, also innerhalb der Harnröhre. Weiterhin entwickelte er eine Frühdiagnose für die Urogenitaltuberkulose, durch die exzessive chirurgische Eingriffe minimalisiert werden konnten.
William Cheselden (1688 -1752) war neben seiner Tätigkeit als Urologe auch Anatom und Chirurg und half die Chirurgie als medizinische Wissenschaft zu etablieren. Er entwickelte den lateralen Blasensteinschnitt, auch Lithotomie genannt, um mit diesem Verfahren Blasensteine zu entfernen. Diese Operation führte er erstmals 1727 durch und konnte damit vielen Menschen helfen, da die Mortalitätsrate unter zehn Prozent lag.
Ein bekannter amerikanischer Urologe war Frederic Eugene Basil Foley (1891-1966). Er zeichnet sich für die Entwicklung des Ballonkatheters verantwortlich, welcher als Dauerkatheter eingesetzt werden kann. Weiterhin entwickelte er verschiedene Operationstechniken, wie die Nierenbeckenplastik mit der eine Hydronephrose (Wassersackniere) behandelt werden kann, die entsteht wenn der Harnleiter zu hoch angesetzt wird.
Auch der Nobelpreisträger und Erfinder des Herzkatheters Werner Otto Theodor Forßmann (1904-1979) war lange Jahre als Urologe tätig. Der ungarische Urologe Alexander von Lichtenberg (1880-1949) gründete zusammen mit seinem Assistenten Friedrich Voelcker (1872 -1955) im Jahr 1913 die „Zeitschrift für Urologische Chirurgie“.
Der 1958 in Wien geborene Urologe Markus Hohenfellner spezialisierte sich auf die urologische Onkologie, also die Bekämpfung von Krebs, sowie auf die Tumorchirurgie, die Minimal-Invasive Urologie inklusive der Da Vinci-Robotik und die rekonstruktive Urologie. Er lehrt an dem Universitätsklinikum Heidelberg.
Der Wegbereiter der modernen urologischen Chirurgie war der deutsche Urologe und Chirurg James Adolf Israel (1848-1926). Er entwickelte ein weiteres Verfahren für die Hydronephrose des Nierenbeckens und eine bimanuelle Nierenplantation bei der der Patient auf der Seite liegt. Weiterhin war Israel der Mitbegründer der Zeitschrift „Folia Urologica“, die ab 1907 „Zeitschrift für urologische Chirurgie“ genannt wurde.
Felix Martin Oberländer (1851-1915) gilt als Begründer der modernen Urologie, vor allem in den Gebieten Infektiologie und Endoskopie. Ebenso gehört auch Robert Ultzmann (1842-1889) zu den Begründern der modernen Urologie. Er war ein Spezialist auf dem Gebiet der Harnröhrenerkrankungen. Er beschäftigte sich mit den harnbildenden und harnableitenden Wegen und entwickelte verschiedene technische Geräte und Hilfsmittel, die heute noch Verwendung finden.
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