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Urologen warnen vor multiresistenten Keimen

Donnerstag, 30.09.2010

Auch in der Urologie werden gegen Antibiotika resistente Keime zunehmend zum Problem. Prof. Florian Wagenlehner vom Uni-Klinikum Gießen und Marburg wies in einem Vortag über die Entstehung multiresistenter Bakterien in Düsseldorf drauf hin, dass diese durch den unkritischen Einsatz von Antibiotika und unzureichende Hygiene entständen. Besonders abwehrgeschwächte Menschen in Krankenhäusern und Arztpraxen seien gefährdet. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich 400.000 Infektionen und 40.000 Todesfälle durch multiresistente Keime verursacht werden. Besorgniserregend sei die Zunahme der sogenannten ESBL-bildenden Darmbakterien, da es in absehbarer Zeit keine neuen Antibiotika geben werde, sagte Wagenlehner. Auch gebe es bereits Darmbakterien, die gegen alle bekannten Antibiotika resistent seien. Um die Verbreitung dieser Bakterien in der Bevölkerung zu verhindern bzw. einzuschränken, sollte auf eine größere Hygiene geachtet werden und auch Ärzte sollten eher Schmalspur-Antibiotika verwenden, als das gern genommene Breitband-Antibiotikum.