Die Wechseljahre des Mannes sind ein Mythos
Freitag, 25.06.2010
Nachlassende Potenz, schwindende Körperkräfte und weitere Wehwehchen wurden auf einen nachlassenden Testosteronspiegel zurückgeführt und diese männlichen Wechseljahre wurden mit verschiedenen Aufbaupräparaten und andern Mitteln der Pharmaindustrie bekämpft. Nun räumt eine Studie mit dem Mythos der Wechseljahre des Mannes auf. Im New England Journal of Medicine beschreiben Hormonexperten und Epidemiologen, dass Antriebsschwäche, nachlassende Leistungskraft und Erektionsstörungen alternder Männer nicht oder nur minimal mit dem Testosteronspiegel zusammenhängen. Bei der Studie wurden mehr als 3300 Männer (40 -79 Jahre) in acht europäischen Ländern auf 32 Beschwerden untersucht. Das Ergebnis: Lediglich drei Symptome gingen mit etwas erniedrigten Testosteron-Werten einher - seltene morgendliche Erektionen, seltene sexuelle Fantasien und Erektionsstörungen. Doch kamen diese Symptome durchaus auch bei Männern mit erhöhten Testosteron-Werten vor, wie Frederick Wum, der Leiter der Studie weiß.
Somit belegt sie Studie, dass es sich bei den Wechseljahren des Mannes "um reine Mythenbildung" handele. Um eine seltsame medizinische Gleichstellung von Männern und Frauen mit der Menopause, die in altersbedingten Veränderungen gleich hormonal bedingte Beschwerden sahen. Weiterhin sei die Verabreichung von Hormonen gefährlich. Schon länger diskutieren Ärzte mögliche negative Auswirkungen der Hormone für Herz, Prostata und Fettwerte. "Der Nutzen einer Testosterongabe ist nicht belegt und müsste durch zuverlässige Studien erst abgesichert werden", sagt Martin Reincke, Hormonexperte und Chefarzt an der Ludwig-Maximilians-Universität München."Der unkritische Einsatz von Testosteron birgt unkalkulierbare gesundheitliche Risiken für die Männer."
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