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Chemotherapie mit Erwärmung senkt Rezidivrate beim Blasenkrebs

Mittwoch, 22.12.2010

Die zweithäufigste Krebserkrankung in der Urologie ist eine bösartige Veränderung an der Innenhaut der Harnblase, kurz Blasenkrebs. Jährlich erkranken fast 30.000 Menschen an dieser Erkrankung, die eine hohe Wiedererkrankungsrate von 30 bis 70 Prozent aufweist. „Eine Hyperthermie-Chemotherapie der Harnblase bietet jetzt die Chance, die hohe Rezidivrate beim Harnblasenkarzinom deutlich zu reduzieren“, sagt Dr. Gerson Lüdecke, Urologe am Universitätsklinikum Gießen und Initiator des 1. Blasenkrebs-Symposiums in Gießen am 4. Und 5. Dezember 2010. Liegt ein Harnblasenkarzinom vor und wird dieses behandelt, muss nur in seltensten Fällen die Harnblase entfernt werden. Doch durch die hohe Rezidivrate von 30 bis 70 Prozent tritt innerhalb der nächsten zwei Jahre nach der Diagnosestellung die Erkrankung erneut auf.

„Für die Patienten ist die hohe Rezidivrate des Harnblasenkarzinoms mit ihren Folgen extrem belastend“, erläutert Lüdecke. Daher werde schon seit Jahrzehnten versucht, die Zahl wiederkehrender Tumore der Harnblase durch eine vorbeugende Behandlung zu verringern., können die bislang standardmäßig eingesetzten Verfahren wie Chemotherapie oder Immuntherapie die Rezidivrate doch nur um etwa ein Drittel verringern. Hier bietet einen neuen Ansatz die Hyperthermie-Chemotherapie, bei der die Harnblase mit einem Chemotherapeutikum bei gleichzeitiger lokaler Erwärmung gespült wird. „Nach einer Hyperthermie-Chemotherapie treten deutlich weniger Rezidive auf und es müssen weniger Harnblasen entfernt werden. Bei besonders aggressiven Tumoren kann diese Methode zudem eventuell noch vorhandene Tumorreste ausmerzen“, ist Lüdeckes Erfahrung. Dieses neue Verfahren wurde ausgiebig auf dem 1. Blasenkrebs-Symposium in Gießen diskutiert.